20.07.2026 Pressemitteilung der SOE-Fraktion – Senioren für Oer-Erkenschwick

SOE-Fraktion im konstruktiven Gespräch mit der Vestischen – Mobilität im Alter, Tarifstruktur und Wabenproblematik im Mittelpunkt

Auf Einladung der Geschäftsführung der Vestischen Straßenbahnen GmbH hat die Fraktion der Wählergemeinschaft SOE – Senioren für Oer-Erkenschwick ein Gespräch im Hause der Vestischen geführt. Die SOE-Fraktion bewertet den Austausch als konstruktiv, sachlich und angenehm. Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen der Mobilität in Oer-Erkenschwick, insbesondere die Wabenproblematik, die neue Preisstruktur im öffentlichen Nahverkehr, die Nutzung digitaler Ticketangebote sowie das Thema „Mobilität im Alter“.

Ein wichtiges Thema des Gesprächs war die besondere verkehrliche Situation Oer-Erkenschwicks. Aus Sicht der SOE-Fraktion entspricht die derzeitige Wabenstruktur nicht ausreichend dem tatsächlichen Mobilitätsverhalten vieler Bürgerinnen und Bürger. Der Oer-Erkenschwicker Fahrgast nutzt deutlich häufiger die Verbindung nach Recklinghausen als Verbindungen nach Waltrop oder Datteln. Recklinghausen ist für viele Menschen aus Oer-Erkenschwick ein zentraler Bezugspunkt — sei es für Arztbesuche, Krankenhaus, Einkäufe, Behördengänge, weiterführende Schulen, kulturelle Angebote oder soziale Kontakte.

Vor diesem Hintergrund wurde im Gespräch die Problematik der Waben angesprochen. Dabei wurde deutlich, dass eine Änderung der Wabenstruktur nicht allein durch die Vestische entschieden werden kann, sondern nur über den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr möglich ist. Die SOE-Fraktion wird daher die verantwortlichen politischen Vertreterinnen und Vertreter auffordern, sich im Verkehrsverbund für eine Änderung beziehungsweise Überprüfung der Wabenstruktur einzusetzen. Ziel muss es sein, die tatsächlichen Verkehrsbeziehungen der Bürgerinnen und Bürger aus Oer-Erkenschwick stärker zu berücksichtigen.

Intensiv diskutiert wurde auch die Einführung der neuen Preisstruktur. Die SOE-Fraktion hat in dem Gespräch nochmals ihre Bedenken vorgetragen. Besonders kritisch sieht die Fraktion, dass digitale Angebote wie die eezy-App des Verkehrsverbundes zwar günstigere Fahrpreise ermöglichen können, die Nutzung solcher Systeme aber nicht für alle Menschen selbstverständlich ist.

Auch wenn viele Seniorinnen und Senioren inzwischen im Besitz eines Smartphones sind, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie digitale Ticket-Apps sicher bedienen können. Gerade der Umgang mit der eezy-App des Verkehrsverbundes stellt für viele ältere Menschen weiterhin eine Herausforderung dar. Hier fehlt es aus Sicht der SOE-Fraktion bislang an ausreichenden, verständlichen und niedrigschwelligen Informationen zur praktischen Nutzung.

Die Digitalisierung im öffentlichen Nahverkehr darf nicht dazu führen, dass ältere Menschen verunsichert oder ausgeschlossen werden. Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe. Wer auf Bus und Bahn angewiesen ist, muss die Angebote verstehen und nutzen können — unabhängig davon, ob er digital erfahren ist oder nicht.

Positiv bewertet die SOE-Fraktion daher das Angebot der Vestischen, in Oer-Erkenschwick eine Informationsveranstaltung zur neuen Preisstruktur und zur Nutzung digitaler Ticketangebote durchzuführen. Die Vertreter der SOE haben dieses Angebot ausdrücklich begrüßt und gerne aufgenommen. Eine solche Veranstaltung kann helfen, offene Fragen zu beantworten, Unsicherheiten abzubauen und den praktischen Umgang mit digitalen Angeboten wie der eezy-App verständlich zu erklären. Gerade ältere Bürgerinnen und Bürger brauchen persönliche Ansprache, nachvollziehbare Erklärungen und die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen. Informationsangebote müssen daher dort stattfinden, wo die Menschen leben und erreichbar sind.

Einigkeit bestand im Gespräch auch darin, dass künftig deutlich häufiger miteinander gesprochen werden sollte. Der direkte Austausch zwischen Verkehrsunternehmen, Politik und Fahrgästen ist aus Sicht der SOE-Fraktion unverzichtbar, wenn Probleme frühzeitig erkannt und praxisnahe Lösungen entwickelt werden sollen.

Auch das Thema „Mobilität im Alter“ wurde ausführlich diskutiert. Klaus Skodell, Fraktionsvorsitzender der SOE, regte an, auch hierzu eine weitere Informationsveranstaltung in Oer-Erkenschwick anzubieten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollten dort umfassend über die Vor- und Nachteile bestehender Mobilitätsangebote informiert werden. Dazu gehören Fragen zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, zur Barrierefreiheit, zu Fahrplänen, zu digitalen und analogen Ticketmöglichkeiten sowie zu Angeboten wie „Mobil ohne Auto“.

Die SOE-Fraktion sieht in dem Gespräch mit der Vestischen einen wichtigen ersten Schritt. Entscheidend wird nun sein, dass den Gesprächen auch konkrete Maßnahmen folgen. Dazu gehören aus Sicht der SOE insbesondere Informationsveranstaltungen in Oer-Erkenschwick, eine bessere Aufklärung zur neuen Preisstruktur, Hilfen bei der Nutzung digitaler Ticketangebote sowie eine politische Initiative zur Überprüfung der Wabenstruktur.

Die Wählergemeinschaft SOE – Senioren für Oer-Erkenschwick wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Mobilität in Oer-Erkenschwick bezahlbar, verständlich, barrierearm und sozial gerecht bleibt. Der öffentliche Nahverkehr muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren — insbesondere an denen der älteren Bürgerinnen und Bürger, die auf Bus und Bahn angewiesen sind.

Kontakt:
SOE – Senioren für Oer-Erkenschwick
Klaus Skodell, Fraktionsvorsitzender

09.06.2026 Pressemitteilung - Heutiger Artikel "Bisher wenig Interesse an Aktion "Mobil ohne Auto"

Kritische Rückmeldung der Wählergemeinschaft SOE – Senioren für Oer-Erkenschwick zur Aktion „Mobil ohne Auto“

Wen wundert es eigentlich, dass sich kaum Seniorinnen und Senioren für die dauerhafte Rückgabe ihres Führerscheins interessieren, wenn sie im Gegenzug lediglich ein dreimonatiges kostenloses Deutschlandticket erhalten? Der Führerschein bedeutet für viele ältere Menschen ein Stück Freiheit, Selbstständigkeit und Sicherheit. Ihn dauerhaft und unwiderruflich abzugeben, ist eine weitreichende Entscheidung. Ein zeitlich begrenztes Gratis-Abonnement über drei Monate dürfte für viele Betroffene schlicht kein ausreichender Anreiz sein.

Aus Sicht der Wählergemeinschaft SOE – Senioren für Oer-Erkenschwick zeigt die geringe Resonanz vor allem eines: Das Angebot ist in der Stadt offenbar viel zu wenig bekannt. Wem in Oer-Erkenschwick ist diese Aktion überhaupt geläufig? Viele Seniorinnen und Senioren erfahren von solchen Möglichkeiten nur zufällig oder gar nicht. Ganz nach dem Motto „Tue Gutes und sprich nicht darüber“ scheint die Öffentlichkeitsarbeit der Vestischen hier kaum stattzufinden.

Wenn in den Jahren 2025 und 2026 bislang nur fünf Menschen das Angebot genutzt haben, sollte man sich nicht über mangelndes Interesse wundern, sondern zuerst fragen, ob die Aktion überhaupt wirksam bekannt gemacht wurde.

Ein Blick in unsere Nachbarländer zeigt: Mobilität im Alter wird vielerorts unterstützt — teils durch Seniorenrabatte, teils durch kostenlose ÖPNV-Angebote, teils auch durch Gutscheine bei freiwilliger Führerscheinabgabe. Entscheidend ist aber überall: Solche Angebote müssen bekannt, verständlich und niedrigschwellig sein. Genau daran fehlt es in Oer-Erkenschwick offenbar bislang.

Warum schafft es die Vestische nicht, Informationsveranstaltungen direkt in unserer Stadt durchzuführen? Warum geht man nicht gezielt dorthin, wo Seniorinnen und Senioren tatsächlich anzutreffen sind — zum Beispiel in Vereine und Kirchengemeinden? Gerade bei einem Thema wie Mobilität im Alter reicht es nicht aus, ein Angebot irgendwo bereitzuhalten und darauf zu warten, dass die Menschen von selbst danach fragen.

Die Vestische müsste aktiv erklären, welche Vorteile das Deutschlandticket bietet, welche Verbindungen es in Oer-Erkenschwick gibt, wie zuverlässig Bus und Bahn im Alltag nutzbar sind und welche Unterstützung es beim Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr gibt. Viele ältere Menschen haben berechtigte Fragen: Wie komme ich zum Arzt? Wie erreiche ich den Wochenmarkt? Was passiert bei Verspätungen? Gibt es sichere Haltestellen? Sind die Busse barrierearm? Genau diese Fragen müssten vor Ort beantwortet werden.

Die bisherige Öffentlichkeitsarbeit der Vestischen ist, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Ein gutes Angebot allein reicht nicht aus, wenn es die Zielgruppe nicht erreicht. Wer Seniorinnen und Senioren zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen möchte, muss Vertrauen schaffen, persönlich informieren und praktische Hilfen anbieten. Dazu gehören Informationsstände, leicht verständliche Flyer, direkte Ansprache über Vereine und Seniorengruppen sowie regelmäßige Veranstaltungen in Oer-Erkenschwick.

Die Wählergemeinschaft SOE – Senioren für Oer-Erkenschwick fordert daher, dass Stadt und Vestische gemeinsam prüfen, warum das Angebot kaum angenommen wird. Drei Monate kostenloses Deutschlandticket sind nett gemeint, aber sie ersetzen kein überzeugendes Gesamtkonzept für Mobilität im Alter. Wer ältere Menschen ernsthaft erreichen will, muss ihnen nicht nur ein Ticket anbieten, sondern auch zeigen, dass der öffentliche Nahverkehr im Alltag eine verlässliche Alternative zum eigenen Auto sein kann.

06.06.2026 Vestische antwortet nicht auf berechtigte Fragen der SOE

Die Wählergemeinschaft SOE Oer-Erkenschwick hat sich bereits am 19. Mai 2026 mit einem Schreiben an die Vestische Straßenbahnen GmbH gewandt. Darin haben wir konkrete Fragen zur geplanten Tarifreform gestellt.

Besonders kritisch sehen wir die mögliche Benachteiligung älterer Fahrgäste. Viele Seniorinnen und Senioren besitzen kein Smartphone oder fühlen sich im Umgang mit digitalen Anwendungen unsicher. Gleichzeitig sollen digitale Fahrten über „eezy.nrw“ deutlich günstiger sein als klassische Ticketangebote.

Das führt aus unserer Sicht zu einer problematischen Ungleichbehandlung: Wer digital unterwegs ist, fährt günstiger. Wer auf analoge Tickets angewiesen ist, zahlt deutlich mehr.

Bis heute hat die Vestische auf unser Schreiben nicht geantwortet.

Wir halten das für keinen angemessenen Stil im Umgang mit einer politischen Wählergemeinschaft, die berechtigte Fragen im Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger stellt. Gerade wenn es um Seniorinnen und Senioren, soziale Teilhabe und bezahlbare Mobilität geht, erwarten wir eine sachliche und zeitnahe Antwort.

Bus und Bahn sind für viele ältere Menschen unverzichtbar – für Arztbesuche, Einkäufe, Behördengänge und soziale Kontakte.

Mobilität gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie muss für alle Menschen zugänglich und bezahlbar bleiben, unabhängig davon, ob jemand ein Smartphone besitzt oder digitale Bezahlsysteme nutzen kann.

Die SOE fordert daher erneut eine klare Stellungnahme der Vestischen:

  • Wie sollen ältere Menschen ohne Smartphone künftig bezahlbar mobil bleiben?
  • Welche Hilfs- und Beratungsangebote sind geplant?
  • Wird es dauerhaft faire analoge Ticketmöglichkeiten geben?
  • Wie wird digitale Ausgrenzung verhindert?

Schweigen ist keine Antwort. Seniorinnen und Senioren dürfen nicht abgehängt werden.

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